Schloss Wörth April 2021

Ehrenbürger der Stadt Wörth a.d.Donau

Ehrenbürger ist die höchste von der Stadt Wörth a.d.Donau vergebene Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die sich in herausragender Weise um das Wohl der Bürger oder Ansehen des Ortes verdient gemacht hat. Die Ehrenbürgerschaft besteht, wenn sie nicht aberkannt wird, bis zum Lebensende.

Georg Freimuth - 1909

Georg Freimuth - 1909

Pfarrer in Wörth von 1902 bis 1926. Zum Ehrenbürger ernannt am 06. Juni 1909. Schon im Jahre seines Dienstantrittes als neuer Pfarrer von Wörth begann Georg Freimuth mit seinen Bemühungen, eine Einrichtung für vorschulpflichtige Buben und Mädchen ins Leben zu rufen. Sieben Jahre opferte der Pfarrherr Zeit und Geld - wohlbemerkt - sein eigenes, bis er die Zustimmung des Bezirksamtes Regensburg und die Genehmigung des Königreiches Bayern zur Einrichtung und Füh rung einer sogenannten "Kinderbewahranstalt" erhalten hat. In den Statuten dieser Einrichtung wird an vorderster Stelle ihr Zweck wie folgt beschrieben: "Zweck der Anstalt ist, 1. die Kinder vor Gefahren des Leibes und der Seele zu bewahren, die Entwicklung der Kräfte des Körpers und des Geistes angemessen zu leiten und den Grund zu einer Erziehung zu legen; 2. diejenigen Eltern, welche der arbeitenden Klasse angehören, in der Erziehung und Ernährung ihrer Kinder zu unterstützen, um ihnen möglich zu machen, ihrer Arbeit unbesorgt und ungestört den Tag über obliegen zu können." In diesem Text kommt die überaus soziale Einstellung eines für damalige Zeiten sehr fortschrittlichen Priesters und Seelsorgers zum Ausdruck. Die politische Gemeinde hat die Größe und Bedeutung des Werkes von Pfarrer Georg Freimuth erkannt und schon im Jahre der Gründung 1909 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt. Neben der Kinderbewahranstalt wurde im Anstaltsgebäude, im so genannten "Leoheim", auch eine Handarbeitsschule für Mädchen und junge Frauen eingerichtet. Diese wurden betreut und angeleitet von einer Nonne aus dem Orden der "Armen Schulschwestern". Auch die Leiterin der "Kleinkinder bewahranstalt" kam aus diesem Orden. Die bleibenden Verdienste des Gründers über den Tag hinaus zu würdigen und immer wieder ins Bewusstsein zu rücken, erhielt der neue Kindergarten im Schusshüttengelände den Namen "Pfarrer-Freimuth-Kindergarten".

August Essenwein - 1950

August Essenwein - 1950

Wenn man über die Geschichte der Hofapotheke in Wörth berichtet, kommt man an der herausragenden Persönlichkeit, dem großen Idealisten, Organisator und Geschäftsmann Apotheker August Essenwein nicht vorbei. August Essenwein wurde 1871 in Nürnberg geboren. Sein Vater, der Bauhistoriker und Architekt August Ottmar Ritter von Essenwein, war von 1866 bis 1891 Direktor des Germanischen Museums in Nürnberg. Der Name Ritter von Essenwein kann in den genealogischen Unterlagen weit zurück verfolgt werden.
Dass August Essenwein 1905 nach Wörth kam, war für die Weiterführung und den Aufbau der Hofapotheke von großem Vorteil und ebenso auch für den Markt Wörth ein Glücksfall: Er hat stets im Sinne und zum Wohle der Allgemeinheit gehandelt. Sein Name ist für immer verbunden mit dem Vereinsleben in Wörth, sei es als Mitbegründer des Brückenbauvereins, bei der Feuerwehr als großer Idealist und tragende Säule. Er war der Gründer der Feuerwehrkapelle im Jahre 1924 und er wurde 1911 im Bezirksamt Regensburg als Stellvertreter des Bezirksbrandinspektors gewählt, ebenso war er als Mitbegründer des Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch-Gmein tätig. Beim Turnverein, beim Roten Kreuz und im Waldverein, aber auch bei landwirtschaftlichen Ausstellungen, kurzum: immer wenn es galt, dem Ansehen der Heimat zu dienen hat dieser Ehrenmann alle Mühen und Sorgen auf sich genommen und Beispiel gebend seinen Gemeinschaftssinn unter Beweis gestellt. Darüber hinaus wurde August Essenwein als Heimatschutzbeauftragter (Heimatpfleger) und Heimatschriftsteller im Bezirksamt tätig.

August Essenwein wurde für seine zum Wohle der Marktgemeinde Wörth erworbenen Verdienste am 9. Februar 1950 unter Bürgermeister Hans Baumann zum Ehrenbürger des Marktes Wörth an der Donau ernannt.